So finden Sie die richtige Grafikkarte

die richtige grafikkarteViele PC-Besitzer kennen diese Situation: Das neue PC-Spiel, auf das man sich seit Wochen gefreut hat, ist gekauft, die DVD wird eingelegt, das Spiel installiert und gestartet. Erwartungsfroh sitzt man vor dem Bildschirm. Und dann das: Fehlermeldung oder sogar Absturz des Rechners. Das Spiel läuft nicht..

Dieses Wort-Case-Szenario beschreibt anschaulich, was viele PC-Nutzer beim Kauf ihres neuen Rechners immer wieder vergessen: Ob ich meine Software optimal nutzen kann, hängt entscheidend mit der Grafikkarte zusammen. Egal ob Spiele für Kinder oder Erwachsene, ob Grafik- oder Designprogramme, sie alle benötigen heutzutage immer öfter eine gute Grafikunterstützung.

Zeit nehmen und abwägen

In Zeiten, in denen große Elektronikmärkte die Preise für Rechner purzeln lassen, ist es oft verlockend zuzugreifen und das nächste Schnäppchen zu machen. Meistens ist es aber lohnender zu warten, genau zu überlegen, welche Ansprüche der nächste Rechner haben soll, und dann vielleicht nicht das günstigste, dafür aber das optimale Modell zu kaufen. Denn wer genau hinschaut wird schnell merken, dass der Preisverfall sehr oft zu Lasten der Grafikkarten geht.

Beim Kauf jeder Grafikkarte oder jedes neuen Rechners muss man deshalb genau abwägen, wofür man den Rechner oder die Grafikkarte benutzen möchte. Welcher Typ Nutzer ist man? Ist man Spieler, Schreiber oder Grafiker? Diese drei Typen sind natürlich nur Beispiele, aber sie beleuchten sehr gut, was bei der Auswahl der Grafikkarte beachtet werden sollte. Wenn man seinen PC zum Schreiben von Emails und Texten benutzt und vielleicht noch einmal Excel benötigt, dann kann man auch bei günstigen Grafikkarten ruhig zugreifen. Natürlich sollte trotzdem die Qualität eines der großen Hersteller wie Intel, AMD Radeon oder NVIDIA verbaut sein, um eine dauerhafte Versorgung mit neuen Treibern und guten technischen Support zu garantieren. Die genauen Leistungsmerkmale der Karte sind bei einer derartigen Nutzung aber nicht ganz so wichtig.

Wer wiederum viel mit Grafik- oder Designprogrammen arbeitet, braucht einerseits eine Grafikkarte, die zum Beispiel bei Zooms oder Bildbearbeitungen keine ewigen Ladezeiten hat, die absoluten High-End-Grafikkarten benötigt er aber nicht.

Wer aber auf seinem Rechner gerne Spiele spielt, der muss genau hinschauen. Und er sollte sich auch fragen, welche Art von Spieler er ist. Wer ein wirklicher “Gamer” ist, der bei den Neuerscheinungen stets schon die Tests kennt und seine Spielesammlung immer aktuell hält, der sollte im Zweifelsfall lieber etwas mehr Geld ausgeben. Gute Grafikkarten können zwar bis über 400€ kosten, dafür ist mit ihnen aber sichergestellt, dass auch in ein paar Jahren die neuesten Spiele immer noch mehr oder minder optimal dargestellt werden können. Die beiden Marktführer Radeon und Nvidia liefern sich dabei seit Jahren ein Duell um die beste Grafikkarte. Außer diesen beiden Giganten unter den Herstellern gibt es neben Intel nur noch die Anbieter S3 Graphics, VIA Technologies, SiS und Matrox, die auf dem Markt aber eher kleinere Anteile behaupten.

nvidia vs ati

Desktop statt Laptop? Karte oder Chip?

Die meisten Geräte, die heute verkauft und beworben werden, sind Laptops. Da scheint es manchmal fast unzeitgemäß, sich einen großen Desktop-PC zu kaufen. Dieser hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil: Ist die Grafikkarte zu alt und schwach, kann sie aus- und eine neue Karte eingebaut werden. Wer sich einen Laptop gekauft hat, für den ist eine nachträgliche Aktualisierung der Grafikkarte so gut wie unmöglich. Wobei es hier korrekterweise heißen muss: Grafikchip. Denn die Grafik auf einem System kann sowohl von einem Chip, der meist direkt in die Hauptplatine oder den Prozessoren des Systems integriert ist, als auch von einer richtigen Karte geliefert werden. Laptops nutzen aufgrund des geringen Platzes, der ihnen zur Verfügung steht, eigentlich immer Chips. Und auch bei einigen günstigen Desktopmodellen werden inzwischen nur noch Chips verbaut. Die besseren der so genannten Onboard-Grafikchips liefern zwar mittlerweile auch eine akzeptable Leistung im 3D-Bereich, wer auf seinem Rechner aber spielen möchte, der sollte sich immer für einen Desktop-PC und eine richtige Grafikkarte entscheiden.

Tipps vom Einsteiger zum Spieler

Eine gute Einsteiger-Grafikkarte ist die Gigabyte GeForce GT 430 OC, die man für unter 60€ erwerben kann.

Eine gute Mittelklassen-Grafikkarte ist die Sapphire Radeon HD 6870 DiRT3 1024MB GDDR5, die mittlerweile für deutlich unter 200€ zu haben ist.

Und wer sich für ein wirkliches Top-Modell entscheiden möchte, der hat unter anderem die Qual der Wahl zwischen der AMD Radeon HD 7970 und der Nvidia Geforce GTX 680, die beide um die 500€ kosten.

Ein zu großer Motor in einem zu kleinen Auto

Eine Warnung zum Schluss! Wer sich zum Kauf einer hochklassigen Grafikkarte entscheidet sollte unbedingt darauf achten, dass sein Rechner überhaupt die richtige Umgebung für eine teure Karte liefert. Gerade bei älteren Geräten kann es sonst zu Problemen kommen.

Deshalb sollte man folgende Punkte unbedingt beachten: Was für eine Grafikkarten-Anschlussstelle gibt es im Rechner? Ist genug Platz, um zusätzliche Kühler einzubauen? Man sollte auch über die Seite des Herstellers klären, wie lang Grafikkarten überhaupt sein dürfen, damit sie ins Gehäuse passen. Und ist der Rechner schnell genug, oder könnte er die Karte bremsen? Zu guter letzt gilt es darauf zu achten, dass auch das Netzteil ausreichend Leistung liefert, um eine High-End-Karte zu versorgen. Beim Kauf einer teuren Karte, sollten sie diese Faktoren genau mit dem Verkäufer besprechen, um nicht Gefahr zu laufen ein Gerät einzubauen, das ihren PC überfordert.

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