Grafikkarte Übertakten – So Gehts

grafikkarte uebertaktenGrafikkarten mit Werkseinstellung arbeiten gewöhnlich unter ihren Möglichkeiten. Um Spiele, Videos und Animationen ruckelfrei darzustellen, kann die Grafikkarte übertaktet werden. Dies ermöglicht ein flüssigeres Gameplay, eine bessere Wiedergabe von Videos und erreicht eine höhere Framerate. Die folgende Anleitung zeigt, wie Grafikkarten übertaktet werden können und worauf besonders zu achten ist.

Vorbereitungen:

Wer seine Grafikkarte übertakten möchte, sollte zuerst folgende Punkte beachten:

1. Bei dem Versuch könnte etwas kaputt gehen!
2. Der richtige Treiber ist von großer Bedeutung!
3. Die Kühlung der Karte!
4. Eine defekte Karte erkennen!

1. Es kann immer etwas kaputt gehen!

Das Überschreiten der von den Herstellern vorgesehenen Limits birgt Risiken und kann auch mit Nachteilen verbunden sein. Selbst die teuerste und beste Grafikkarte kommt irgendwann an ihre Grenzen. Es entsteht bei Weitem mehr Hitze, nachdem die Grafikkarte übertaktet wurde. In vielen Anleitungen wird weder auf Kühlmethoden noch auf Gehäuseumbauten eingegangen. Steigt die Temperatur für längere Zeit auf über 90 Grad Celsius, kann das die GPU zerstören. Sollte die Grafikkarte einen eigenen Lüfter besitzen, so arbeitet dieser nach der Übertaktung mit höherer Drehzahl, wodurch der Lärmpegel steigt.

Sogar gefälschte Anleitungen sind im Internet zu finden. Wer diese blind verfolgt, riskiert ebenfalls die Zerstörung seiner Karte.

Deshalb: Immer mit viel Sorgfalt und langsamen Schritten die Grafikkarte übertakten und jede Änderung auf Temperaturentwicklung und Stabilität testen. Ebenfalls sollte sich jeder vorher über die Garantieleistung des Herstellers informieren.

2. Der richtige Treiber

Die Aktualität des Treibers ist besonders wichtig um sein System stabil zu halten. Sehr oft bieten Internetseiten inoffizielle Treiber an, die nicht vom Hersteller kommen. Dies sind häufig umgeschriebene Beta-Versionen. Verwendung nur auf eigene Gefahr!

Den Treiber aktuell zu halten heißt aber nicht, dass sofort der neuste heruntergeladen werden soll. Ab und an gibt es noch Fehler, welche erst später gefunden werden. Daher lieber etwas Zeit vergehen lassen, um eventuelle Fehler nicht direkt zu übernehmen.

3. Die korrekte Kühlung

Die Kühlung ist das Wichtigste, wenn man seine Grafikkarte übertakten möchte. Leider ist es manchmal nicht möglich die Temperatur zu bestimmen, da einige Tools von weniger bekannten Herstellern keine Temperaturüberwachung anbieten. Jedoch ist sie bei den meisten Markenherstellern mit enthalten.

Nicht selten wird dafür an anderer Stelle gespart: den Kühlmaßnahmen. Vor allem bei Karten von Radeon oder Kyro, sind diese eher dürftig. Doch auch für dieses Problem gibt es Lösungen:

– auf den Chipkühler kann ein extra Lüfter gesetzt werden.
– Alurippen verbessern die Kühlung der Speicher.
– statt Klebepads Wärmeleitpaste verwenden. Auch sie drückt die Temperatur leicht nach unten.

Werden diese Maßnahmen beachtet, sind die Resultate bei Weitem erfolgreicher.

4. Rechtzeitiges Erkennen einer defekten Karte

Schon viele Leute haben blind und ohne Rücksicht Ihre Karte bearbeitet und somit in den Tod getrieben. Es gibt einige Signale, welche Anzeichen für einen Defekt sein können:

– sehr starkes Ruckeln
– grobe Pixelfehler
– Einfrieren des Bildes
– plötzlich schwarzer Bildschirm

Treten diese Anzeichen auf, sollte man mit der Übertaktung sofort aufhören!

ubertaktete grafikarte

Wie kann man nun die Grafikkarte übertakten?

- Übertaktung mit Hilfe von speziellen Tools

Am einfachsten ist es, sich das notwendige Tool herunter zu laden und auszuprobieren. Für jeden Kartentyp gibt es das passende Programm. Sogenannte „Powerstrip“-Tools eignen sich für mehrere Marken, da sie den verwendeten Chip automatisch erkennen. Neben der Veränderung des Chiptaktes können auch der Speichertakt und die Speicher-Timings bestimmt werden. Die meisten Hersteller legen ihren Produkten bereits eigene Übertaktungstools bei.

Viele Karten speichern Ihre Taktfrequenz auch in der Registry ab, wo erfahrene Tuner Änderungen direkt vornehmen können.

- Übertaktung durch das Aufspielen eines neuen BIOS

Neben den Tools gibt es die Möglichkeit, die Grafikkarte durch das Installieren eines anderen BIOS auf ein höheres Niveau zu bringen. Jedoch birgt diese Methode mehr Risiken und ist nur für erfahrene Personen geeignet, die das Potenzial ihrer Karte genau kennen. Ein Back-up des alten BIOS ist ebenfalls ratsam, sollte doch mal etwas schief gehen.

- Die richtige Vorgehensweise

In der Regel sind 10 – 15 % Leistungssteigerung möglich. Jedoch ist diese Zahl nur ein Anhaltspunkt, da es keine konkrete Faustregel gibt. Es muss jeder selbst testen, wie viel Steigerung seine Karte verträgt.
Am sichersten ist es, den Takt in kleinen 5er oder maximal 10er Schritten zu erhöhen. Nebenbei sollte ein Testprogramm die Stabilität der Karte auswerten und überwachen. Auch ist es sinnvoll, nicht alle Tests an einem Tag zu machen, sondern die Einstellungen der besten Ergebnisse zu notieren und am nächsten Tag weiter zu testen. So wird ein Hitzestau im Gehäuse vermieden. Das Gehäuse sollte bei den Versuchen offen sein, damit die Karte mit kühler Luft versorgt wird.

Neben dem Chip der Grafikkarte lässt sich auch der Speicher übertakten. Bei sehr guter Kühlung können bis zu 100 MHz mehr erreicht werden. Für den Anfang sollte man sich aber mit einem kleineren Ergebnis zufriedengeben und langsam weiter probieren. So sind Anzeichen für einen bevorstehenden Kollaps der Karte besser erkennbar.

Fazit:

Wer sich an die empfohlenen Sicherheitshinweise hält, nichts überstürzt und auf ausreichend Kühlung achtet, kann die Leistung seiner Grafikkarte deutlich steigern. Jeder, der seine Grafikkarte übertakten möchte, macht dies auf eigene Gefahr und Verantwortung. Ist die Übertaktung gelungen und das System stabil, steht ruckelfreien Videos und Spielen nichts mehr im Weg.

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